31. August 2026

Vier Tage voller kleiner Abenteuer, wunderschöner Orte, fantastischem Essen und natürlich ganz viel Dolce Vita – das war unsere kleine, aber unvergessliche Rundreise durch Apulien. Das authentische Italien mit unberührter Natur, faszinierender Geschichte und kulinarischen Höhepunkten vereint im Absatz des italienischen Stiefels.

Das weiße Herz des Valle d’Itria & die Magie der Trulli

Unser Abenteuer startet in Brindisi. Nach einer unkomplizierten Übernahme unseres Mietwagens hält uns nichts mehr: Die Reise ins Herz dieser wunderschönen Region beginnt. Schon die Fahrt lässt erahnen, was uns erwartet, die Straße schlängelt sich vorbei an roten Erden und den ersten Ausläufern endloser Olivenhaine.

Ostuni – Die weiße Stadt auf dem Hügel

Schon von Weitem leuchtet sie uns entgegen: Ostuni, die berühmte Città Bianca. Die Altstadt thront majestätisch hoch oben auf einem Hügel. Sobald man die Stadtmauern betritt, fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Das historische Zentrum wirkt mit seinen strahlend weißen Kalkhäusern, den winzigen Gassen, steilen Treppen, Torbögen und verwinkelten Wegen fast wie ein gigantischer, weißer Würfelhaufen. Wir tun hier das Beste, was man in Ostuni tun kann: Wir lassen uns einfach treiben. Hinter jeder noch so unscheinbaren Ecke öffnet sich plötzlich wieder ein neuer, atemberaubender Ausblick über die Ebene bis hinunter zum tiefblauen Meer.

Über Cisternino nach Locorotondo

Weiter geht unsere Fahrt nach Cisternino. Der Ort ist klein, unfassbar gemütlich und einfach typisch apulisch. Die weißen Häuser, die engen Gassen und die schattigen kleinen Plätze laden sofort zum Bummeln und Verweilen ein – der perfekte Ort für einen schnellen Espresso.

Kurz darauf erreichen wir Locorotondo, das völlig zu Recht als eines der schönsten Dörfer Italiens (Borghi più belli d’Italia) gilt. Auch hier strahlen uns die weißen Fassaden entgegen, doch Locorotondo hat seinen ganz eigenen Charme: Die schmalen Gassen ziehen sich wie ein perfekter Kreis um die historische Altstadt. Was uns besonders begeistert, ist der liebevolle Blumenschmuck, der fast jede Tür und jeden Balkon ziert. Ein echtes Postkartenmotiv!

Das Highlight des Tages: Das Märchenland Alberobello

Zum krönenden Abschluss des ersten Tages fahren wir nach Alberobello – dem wohl bekanntesten Trulli-Ort Apuliens. Als wir ankommen, trauen wir unseren Augen kaum: Überall stehen diese kleinen, runden Steinhäuschen mit ihren charakteristischen, kegelförmigen Dächern. Man fühlt sich augenblicklich in ein Märchenbuch versetzt.

Die Geschichte der Trulli reicht viele Jahrhunderte zurück. Traditionell wurden sie aus reinem Naturstein und komplett ohne Mörtel gebaut. Eine clevere Besonderheit: Die Dächer konnten relativ einfach wieder abgetragen werden. Einer alten Überlieferung nach nutzten die Bewohner diesen Trick, um ihre Häuser bei herannahenden königlichen Kontrolleuren schnell in „temporäre Steinhaufen“ zu verwandeln und so die Steuern auf feste Gebäude zu umgehen! Ob das historisch der Hauptgrund war, bleibt umstritten. Sicher ist jedoch: Diese einzigartige Bauweise hat Alberobello ein weltberühmtes und absolut einzigartiges Stadtbild bewahrt.

Barocke Eleganz & 39 Grad im Schatten

Der zweite Morgen bricht an und unser Weg führt uns in Richtung Martina Franca. Wer an Apulien denkt, hat sofort ein Bild im Kopf: uralte, knorrige Olivenbäume. Sie begleiten uns auch heute kilometerweit an den Straßenrändern. Manche von ihnen sind mehrere hundert Jahre alt. Die Olive prägt hier einfach alles, die Landschaft, die fantastische Küche und das entspannte Lebensgefühl der Menschen.

Blog-Tipp am Rande: Eigentlich stand heute die Besichtigung einer traditionellen Olivenplantage auf unserem Plan. Leider war die Führung für diesen Tag bereits restlos ausgebucht. Wenn ihr das auch machen möchtet, solltet ihr unbedingt weit im Voraus reservieren!

Barockes Staunen in Martina Franca

Flexibilität gehört zum Reisen dazu, also fahren wir direkt weiter nach Martina Franca und werden nicht enttäuscht. Die elegante Barockstadt zieht uns sofort in ihren Bann. Im krassen Gegensatz zu den rustikalen Trulli-Dörfern begeistert Martina Franca mit prächtigen Palästen, wunderschönen, detailreichen Kirchen und einer herrschaftlichen Altstadt. Ein Spaziergang durch die mondänen Straßen fühlt sich an wie eine Zeitreise in eine Epoche voller Prunk und Eleganz.

Sommer pur: Schuhe aus und ab ans Meer!

Am Nachmittag gibt es nur noch ein Ziel: Abkühlung! Wir fahren an die Küste, werfen die Schuhe in die Ecke und springen ins Meer. Der Strand ist herrlich und das Wasser unglaublich warm. Überhaupt meint es das Wetter fast schon zu gut mit uns: In Apulien herrscht absoluter Hochsommer. Selbst nach 17 Uhr zeigt das Thermometer im Schatten noch unglaubliche 39 Grad an! Wir lassen den Tag entspannt ausklingen, lauschen den Wellen und genießen die warme Brise.

Markttrubel, die Heimat des Primitivo & eine „Weintankstelle“

Gut erholt starten wir in den dritten Tag unseres Roadtrips. Auf dem Weg fällt uns ein interessanter Unterschied zu vergangenen Reisen auf: Fast jedes Grundstück in dieser Region ist eingezäunt und mit einem hohen, oft prachtvollen Tor versehen. Das ist ein ganz anderes Landschaftsbild, als wir es beispielsweise aus Griechenland kennen, wo die Natur oft offener in die Grundstücke übergeht.

Das bunte Treiben in Francavilla Fontana

Unser erstes Ziel an diesem Morgen ist der traditionelle Wochenmarkt in Francavilla Fontana. Hier taucht man sofort ein in das echte, ungefilterte italienische Alltagsleben. Der Markt ist riesig und es gibt wirklich absolut nichts, was es nicht gibt: Von frischem, duftendem Obst und Gemüse über Kleidung und Haushaltswaren bis hin zu echten Möbeln! Wir schlendern gemütlich durch die Gänge, beobachten das lautstarke, herzliche Feilschen der Händler und lassen das bunte Treiben auf uns wirken.

Manduria: Wo der Wein aus Zapfhähnen fließt

Danach geht es weiter nach Manduria. Die Fahrt führt uns erneut kilometerweit durch sonnenverwöhnte Olivenhaine, die nun immer öfter von saftigen Weinreben abgelöst werden. Manduria ist weltweit berühmt als die Heimat des Primitivo di Manduria.

Wir nehmen an einer Weingut-Führung teil und erfahren alles über die Geschichte des edlen Tropfens, die besondere Rebsorte und den traditionellen Anbau. Ein spannendes Detail: Die Weinlese ist hier bereits seit acht Tagen in vollem Gange! Durch das extrem heiße und sonnige Klima beginnt die Ernte in Apulien ungewöhnlich früh im Jahr.

Das absolute Highlight der Führung ist eine Station, die uns schmunzeln lässt, weil sie optisch stark an eine Tankstelle erinnert. Doch statt Benzin wird hier feinster Primitivo gezapft! Der Wein fließt direkt aus den Zapfhähnen in die Behälter. Ein genialer, ziemlich außergewöhnlicher Anblick. Nach so viel Theorie folgt die Praxis: Bei der anschließenden Weinprobe stellen wir fest, dass sich das neu gelernte Wissen bei einem guten Glas Wein noch viel besser verarbeiten lässt. Ein echtes Erlebnis!

Karibik-Feeling in Campo di Mare & Abschied von Brindisi

Der letzte Tag unserer Rundreise steht ganz im Zeichen der Erholung. Wir haben uns für einen entspannten Badetag in Campo di Mare entschieden und finden das pure Paradies vor.

Hier warten kleine, malerische Badebuchten und glasklares, türkisblaues Wasser auf uns. Zwischen den warmen Felsen suchen wir uns ein schönes Plätzchen zum Schwimmen, Sonnenbaden und einfach mal die Seele baumeln lassen. Das mediterrane Strandgefühl ist intensiv und der perfekte Kontrast zu den ereignisreichen Tagen zuvor.

Das große Finale an der Promenade von Brindisi

Nach vier erlebnisreichen Tagen und vielen Kilometern auf den Straßen Apuliens schließt sich der Kreis und wir kehren zurück zu unserem Ausgangspunkt nach Brindisi.

Wir schlendern ein letztes Mal gemütlich an der beleberten Palmenpromenade entlang. Für das finale Abendessen suchen wir uns eine typische Osteria. Der Tisch füllt sich schnell mit einer riesigen Auswahl an traditionellen, apulischen Antipasti – von eingelegtem Gemüse über grandiosen Käse bis hin zu frischem Brot. Genau der richtige, kulinarische Abschluss für diese wunderbare Reise.

Fazit: Vier Tage voller unvergesslicher Erinnerungen

Vier Tage, viele Kilometer auf dem Tacho und unzählige, unbezahlbare Eindrücke. Wir haben wunderschöne, schneeweiße Orte entdeckt, das echte italienische Lebensgefühl aufgesaugt, sind durch jahrhundertealte Olivenhaine und Weinberge gewandert, haben phänomenal gut gegessen und getrunken und jede Menge Erinnerungen im Gepäck. Apulien, du hast unser Herz im Sturm erobert!

Ein ganz besonderer Grund zum Feiern daheim!

So schön das Reisen auch ist, das Nach-Hause-Kommen war dieses Mal mindestens genauso schön. Zurück in Deutschland wurden wir super herzlich von unseren Kids empfangen. Und wir hatten auch direkt einen riesigen Grund zum Feiern:

Unsere Louisa hat ihr Staatsexamen zur Physiotherapeutin bestanden! 🎉Applaus, geschafft!

Vier Tage Apulien – weiße Städte, Trulli, Olivenhaine, Wein und ganz viel italienisches Lebensgefühl

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