09. August 2026
Nach den letzten Etappen entlang der griechischen Küste erreichen wir wieder die wunderschöne Insel Ithaka. Schon bei der Ankunft ist klar: Hier möchten wir ein bisschen bleiben.
Wir finden eine kleine, geschützte Bucht.
Außerdem haben wir tatsächlich das große Glück, sie ganz für uns alleine zu haben.
Ithaka, Insel Ithaka, Griechenland, türkisblaues Wasser, kaum eine Welle und absolute Ruhe machen den Moment perfekt.
Zwei Tage Auszeit auf Ithaka
Wir genießen die beiden Tage vor Anker in vollen Zügen. Das Wasser ist so klar, dass man selbst aus dem Cockpit den Grund sehen kann. Zwischendurch springen wir immer wieder ins Wasser, schwimmen eine Runde und lassen einfach die Seele baumeln.
Am Abend verlegen wir uns nach Vathy, den Hauptort von Ithaka. Auch hier verbringen wir die Nacht vor Anker im Stadthafen. Das hat neben der schönen Atmosphäre noch einen ganz praktischen Vorteil: Wir können abends gemütlich an Land gehen, durch die Straßen spazieren und im Supermarkt noch die ein oder andere Kleinigkeit besorgen.
Doch irgendwann heißt es auch hier wieder: Anker hoch und weiter.
Unser Weg führt uns nordwärts.
Ein perfekter Segeltag
Wir verlassen Ithaka, setzen die Segel und machen uns auf den Weg Richtung Lefkada.
Und der Tag könnte kaum besser laufen. Der Wind passt, die Ventus kommt richtig auf Geschwindigkeit und wir haben einen tollen Segeltag mit ordentlich Speed. Genau für solche Momente sind wir unterwegs.
Unser Ziel für die Nacht liegt bereits fest: Kurz vor dem Lefkada-Kanal wollen wir auf der Festlandseite vor Anker gehen. Denn am nächsten Morgen müssen wir früh los.
Die Brücke über den Lefkada-Kanal öffnet um acht Uhr und diese Öffnung wollen wir unbedingt erwischen.
Frühstart zum Lefkada-Kanal
Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, beginnt unser Tag. Die ersten Sonnenstrahlen tauchen den Horizont in warme Farben, während wir den Anker lichten und Kurs auf die Kanaleinfahrt nehmen.
Kurz vor der Einfahrt kommt uns noch ein kleiner Küstenfischer entgegen. Er zieht gerade sein Netz am Bug ein. Diese traditionelle Art des Fischens wird hier von kleinen Küstenfischern noch immer praktiziert und wirkt am frühen Morgen fast schon wie eine Szene aus einer anderen Zeit.
Langsam steigt die Sonne höher und wir nähern uns dem Kanal.
Unsere Geschwindigkeit haben wir genau darauf abgestimmt, pünktlich zur Brückenöffnung anzukommen. Zu früh wollen wir natürlich auch nicht da sein, schließlich möchte niemand unnötig vor der Brücke warten. Zu spät wäre allerdings noch ärgerlicher.
Dann ist es soweit.
Durch die Brücke von Lefkada
Vor uns liegt die schwimmende Drehbrücke von Lefkada. Sie verbindet die Insel Lefkada mit dem griechischen Festland und muss für den Schiffsverkehr geöffnet werden.
Für uns Segler bedeutet das ein kleines bisschen Planung. Man muss die Geschwindigkeit so wählen, dass man möglichst passend zur Öffnung ankommt. Und genau das klappt bei uns.
Die Brücke dreht sich zur Seite und gibt den Weg frei.
Wir fahren hindurch und setzen unseren Kurs weiter Richtung Norden.
Direkt nach der Brücke zieht die imposante Burg Agia Mavra an uns vorbei.
Die Festung stammt aus dem Mittelalter und wurde um 1300 vom fränkischen Herrscher John Orsini errichtet.
Sie sollte die Insel und insbesondere den Zugang zur damaligen Stadt Lefkada schützen.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Anlage mehrfach erweitert.
Vom Wasser aus können wir die mächtigen Mauern nur kurz betrachten, bevor wir weitersegeln.
Unser nächstes Ziel heißt: Preveza.
Ankunft in Preveza. Darüber hinaus erinnert der Reiseplan an Ithaka, Insel Ithaka, Griechenland.
In Preveza angekommen, heißt es zunächst einmal nicht Urlaub, sondern Arbeiten.
Wir verbringen zwei Tage an der Pier und nutzen die Gelegenheit, einige Dinge zu erledigen, die unterwegs einfach anfallen.
Tanken steht auf der Liste, genauso wie Wäsche waschen. Unser Dinghy bekommt mal wieder eine Reparatur, inzwischen fast schon ein Dauerprojekt und natürlich wird auch die Ventus gründlich gereinigt.
Nach zwei Tagen sind die wichtigsten Arbeiten erledigt und wir können endlich wieder vor Anker gehen.
Wir verhohlen uns ins Ankerfeld am Stadtrand von Preveza. Von dort aus ist es mit dem Dinghy nur ein kurzer Weg bis an Land.
Zu Fuß durch die Mittagshitze
Also packen wir unsere Sachen und machen uns mit dem Dinghy auf den Weg.
Unser Ziel: die Burg von Preveza.
Der Weg dorthin führt uns allerdings durch die sommerliche Mittagshitze. Und irgendwie schaffen wir es immer wieder, genau zur heißesten Tageszeit loszulaufen.
Warum eigentlich?
Das wissen wir selbst nicht so genau.
Der Asphalt flimmert vor Hitze und die Sonne brennt ordentlich, aber wir machen uns trotzdem auf den Weg zur Burg Agios Andreas.
Die Festung liegt direkt am Meer und blickt auf eine lange, wechselvolle Geschichte zurück. Die ursprüngliche Anlage wurde unter osmanischer Herrschaft errichtet. Später wurde sie unter venezianischer Herrschaft verändert und erweitert. Auch unter Ali Pascha wurde die Festung Anfang des 19. Jahrhunderts noch einmal verstärkt.
Ihre Lage war strategisch wichtig: Von hier aus konnten der Hafen und die Zugänge zur Stadt kontrolliert und geschützt werden.
Burgbesichtigung mal anders
Als wir schließlich ankommen, gibt es allerdings ein kleines Problem.
Das Eingangstor ist verschlossen.
Unsere Besichtigung scheint damit eigentlich schon beendet zu sein, bevor sie überhaupt begonnen hat. Doch Fabian entdeckt einen offenen Seiteneingang. Und damit ist die Entscheidung eigentlich gefallen. Wir schlüpfen kurzerhand durch die Öffnung und stehen plötzlich mitten in der ziemlich verwucherten Festungsanlage.
Von einer perfekt gepflegten Touristenattraktion ist hier nicht viel zu sehen. Dafür hat das Ganze seinen ganz eigenen Charme und fühlt sich ein bisschen nach Entdeckungstour an. Wir erkunden die Anlage und genießen anschließend noch den Blick auf die Umgebung, bevor es wieder zurück Richtung Stadt geht.
Sommerabende in Preveza
Die Abende verbringen wir deutlich entspannter als unsere Mittagsspaziergänge. Wir bummeln durch Preveza, sitzen gemütlich zusammen, trinken leckere Cocktails und kommen immer wieder mit anderen Seglern ins Gespräch. Gerade diese Begegnungen machen das Leben unterwegs so besonders. Man trifft Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und tauscht sich über Routen, Häfen, Boote und die nächsten Ziele aus.
Doch irgendwann wird es dunkel und für uns heißt es: zurück zur Ventus.
Mit dem Dinghy fahren wir hinaus ins Ankerfeld. Und wer schon einmal nachts durch ein größeres Ankerfeld gefahren ist, weiß: Plötzlich sehen alle Boote ziemlich ähnlich aus.
Wo war noch gleich unser Boot?
Zum Glück haben wir uns etwas einfallen lassen.
Der Weg zurück zur Ventus
Im Cockpit der Ventus steht eine Lampe, die regelmäßig ihre Farbe wechselt. Unsere ganz persönliche Leuchtboje. So können wir schon aus einiger Entfernung erkennen, wo wir hinmüssen, und finden auch im Dunkeln zuverlässig zurück zu unserem Zuhause.
Die Abende enden damit meist ganz entspannt an Bord. Doch momentan wartet bereits das nächste kleine Abenteuer auf uns.
Was stimmt mit unserem Motor nicht?
Am Montag haben wir einen Krantermin.
Der Grund dafür ist leider weniger erfreulich: Unser Motor bringt die Ventus beim Laufen ziemlich stark zum Schütteln.
Die Ursache könnte am Propeller liegen und muss deshalb dringend kontrolliert werden. Denn wenn die starken Vibrationen tatsächlich vom Propeller kommen und wir so weiterfahren, könnte das im schlimmsten Fall auch unser Getriebe beschädigen.
Also heißt es jetzt erst einmal warten und hoffen.
Am Montag geht die Ventus aus dem Wasser und dann werden wir hoffentlich herausfinden, was hinter den starken Vibrationen steckt.
Ob die Ursache schnell gefunden ist und wir anschließend wieder weitersegeln können?
Das bleibt erstmal spannend …

