03. August 2026

Nachdem wir einige wunderschöne Tage auf Zakynthos verbracht hatten, hieß es wieder Leinen los. Unser Ziel war das griechische Festland. Mit angenehmem Wind segelten wir hinüber nach Katakolo, einem kleinen Hafenstädtchen auf der westlichen Peloponnes. Der Ort selbst ist überschaubar und lebt hauptsächlich vom Tourismus, denn von hier aus besuchen jedes Jahr tausende Kreuzfahrtgäste die weltberühmte antike Stätte von Olympia.

Mit dem Zug durch das fruchtbare Hinterland nach Olympia

Am nächsten Morgen ließen wir das Boot im Hafen und machten uns auf den Weg zum Bahnhof. Von Katakolo fährt eine kleine Regionalbahn direkt nach Olympia. Bereits die rund 52-minütige Zugfahrt war ein Erlebnis für sich.

Die Strecke führt gemütlich durch das grüne Hinterland der Peloponnes. Vorbei an endlosen Olivenhainen, Weinbergen, Obstplantagen und Feldern mit Wassermelonen konnten wir das ländliche Griechenland kennenlernen. Anders als auf den touristisch geprägten Inseln zeigt sich hier eine fruchtbare Landschaft, die seit Jahrhunderten landwirtschaftlich genutzt wird.

Schon wenige Minuten nach der Ankunft erreichten wir zu Fuß die Ausgrabungsstätte von Olympia.

Olympia – Die Geburtsstätte der Olympischen Spiele

Es ist ein besonderes Gefühl, durch einen Ort zu spazieren, an dem vor fast 2.800 Jahren Sportgeschichte geschrieben wurde.

Olympia war keine gewöhnliche Stadt, sondern ein heiliges Heiligtum zu Ehren des Göttervaters Zeus. Bereits im Jahr 776 v. Chr. fanden hier die ersten Olympischen Spiele statt. Damals standen allerdings nicht Rekorde oder Medaillen im Mittelpunkt, sondern die Verehrung der Götter.

Während der Spiele wurde in ganz Griechenland ein heiliger Waffenstillstand ausgerufen. Selbst verfeindete Stadtstaaten legten ihre Waffen nieder, damit Athleten und Zuschauer sicher nach Olympia reisen konnten. Dieser Gedanke, den Sport über politische Konflikte zu stellen, beeindruckt bis heute.

Zwischen den Ruinen lässt sich die einstige Größe der Anlage noch gut erkennen. Besonders imposant sind die Überreste des Zeustempels. Hier stand einst die gewaltige Zeus-Statue des Bildhauers Phidias, rund zwölf Meter hoch und vollständig mit Gold und Elfenbein verkleidet. Sie galt als eines der Sieben Weltwunder der Antike.

Ebenso faszinierend ist das antike Stadion. Noch heute sind die Startlinien der Läufer erhalten. Wer dort steht, kann sich leicht vorstellen, wie die Athleten vor über zwei Jahrtausenden auf ihren Wettkampf warteten.

Das Archäologische Museum von Olympia

Zum Abschluss unseres Besuches besichtigten wir das Archäologische Museum.

Hier werden zahlreiche Originalfunde aus den Tempeln und Sportstätten ausgestellt. Besonders beeindruckend ist die berühmte Hermes-Statue des Bildhauers Praxiteles, die als eines der schönsten Beispiele klassischer griechischer Bildhauerkunst gilt.

Auch die reich verzierten Giebelfiguren des Zeustempels vermitteln eindrucksvoll, welch außergewöhnliche Bauwerke hier einst standen. Erst durch den Museumsbesuch wird deutlich, wie prachtvoll Olympia in seiner Blütezeit gewesen sein muss.

Der heutige Ort Olympia wirkt dagegen deutlich beschaulicher. Kleine Tavernen, Cafés und zahlreiche Souvenirläden prägen das Straßenbild. Nach unserem Rundgang gönnten wir uns noch einen entspannten Kaffee, bevor wir mit dem Zug wieder zurück nach Katakolo fuhren.

Zurück nach Zakynthos

Am nächsten Tag verließen wir das Festland bereits wieder. Der Wind stand ideal, um zurück nach Zakynthos zu segeln.

Dort angekommen genossen wir zunächst das angenehm warme Wasser der Laganas-Bucht. Das Baden war herrlich, doch das eigentliche Highlight wartete direkt neben unserem Boot.

Immer wieder tauchten große Meeresschildkröten neben der Ventus auf. Auch beim Stand-up-Paddeln glitten sie lautlos an uns vorbei. Die Laganas-Bucht gehört zu den wichtigsten Brutgebieten der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) im gesamten Mittelmeer. Zwischen Mai und August legen die Weibchen ihre Eier an den langen Sandstränden der Bucht ab.

Leider hatten wir ausgerechnet in diesen besonderen Momenten keine Kamera dabei. Aber manchmal sind genau das die schönsten Erinnerungen, wenn man nicht versucht, alles festzuhalten, sondern den Augenblick einfach genießt.

Entlang der spektakulären Westküste Zakynthos

Mit Sonnenaufgang lichteten wir den Anker und machten uns auf den Weg Richtung Kefalonia.

Die Fahrt entlang der Westküste Zakynthos gehört sicherlich zu den landschaftlichen Höhepunkten unserer bisherigen Reise. Steile weiße Kalksteinfelsen fallen hier fast senkrecht ins tiefblaue Meer. Kleine Grotten und versteckte Buchten wechseln sich mit imposanten Klippen ab. Das Wasser leuchtet in unzähligen Blau- und Türkistönen.

Allein diese Küstenlandschaft wäre schon eine Reise wert.

Argostoli – Die lebendige Hauptstadt Kefalonias

Am Nachmittag erreichten wir Argostoli und fanden direkt vor der Uferpromenade einen schönen Ankerplatz.

Argostoli ist die Hauptstadt Kefalonias und verbindet griechisches Alltagsleben mit mediterranem Urlaubsflair. Entlang der Promenade reihen sich Cafés und Restaurants aneinander, während die autofreie Einkaufsstraße zum Bummeln einlädt.

Besonders sehenswert ist die fast 700 Meter lange De-Bosset-Brücke. Sie verbindet die Stadt mit der gegenüberliegenden Lagunenseite und gilt als die längste Steinbrücke über das Meer in Griechenland. Am Ende der Brücke erinnert ein Obelisk an ihren Erbauer Charles de Bosset.

Gerade in den Abendstunden herrscht hier eine entspannte Atmosphäre. Einheimische treffen sich zum Spaziergang, Kinder spielen an der Promenade und in den Tavernen genießt man den Sonnenuntergang.

Frühstück mit Meeresschildkröten

Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg zum Bäcker.

Unterwegs beobachteten wir die Fischer, die ihren Fang aus den Netzen lösten. Kleine Fische, die nicht verwendet wurden, landeten wieder im Wasser.

Innerhalb weniger Minuten erschienen dutzende Caretta-caretta-Schildkröten rund um die Fischerboote. Offenbar kennen die Tiere diesen täglichen Ablauf ganz genau und warten geduldig auf ihr Frühstück.

Ein beeindruckendes Naturschauspiel mitten im Hafen.

Als wäre das noch nicht genug gewesen, begegneten uns auf dem Rückweg zu unserem Dinghy zwei weitere Schildkröten. Direkt unter unserem Schlauchboot schwammen sie nebeneinander her, tauchten ab und wieder auf und schienen regelrecht miteinander zu spielen.

Solche Momente lassen sich kaum planen, genau deshalb bleiben sie unvergesslich.

Karibikgefühl auf Ithaka

Nach einem ausgiebigen Frühstück setzten wir unsere Reise fort.

Für eine Badepause steuerten wir eine kleine Bucht im Norden von Ithaka an.

Kristallklares Wasser, schneeweißer Kiesstrand und absolute Ruhe. Während wir im türkisfarbenen Wasser schwammen, fühlte sich dieser Ort eher wie eine einsame Karibikinsel als wie Griechenland an.

Der Strand gehörte mir ganz allein.

Leider eignete sich die Bucht nicht zum Übernachten. Deshalb nutzten wir den weiterhin hervorragenden Segelwind und segelten bis nach Vasiliki auf Lefkada.

Traumhafte Segeltage rund um Lefkada

Auch am nächsten Tag zeigte sich das Ionische Meer von seiner besten Seite.

Mit konstantem Segelwind erkundeten wir die Südküste Lefkadas, passierten mehrere kleine Buchten und segelten anschließend an Meganisi vorbei bis nach Nidri.

Doch inzwischen hatte die Hauptsaison begonnen.

Nahezu jede geschützte Bucht war bereits mit Segelyachten und Motorbooten gefüllt. Nidri zählt zu den beliebtesten Ausgangshäfen für Chartercrews im Ionischen Meer. Entsprechend dicht lagen die Boote vor Anker.

Nach längerer Suche fanden schließlich auch wir noch einen geeigneten Platz zwischen den zahlreichen Yachten.

Gerade diese lebendige Atmosphäre gehört irgendwie zur Hauptsaison dazu. Überall ankern Segler aus den unterschiedlichsten Ländern, Dinghys kreuzen zwischen den Booten hin und her und aus den Cockpits hört man viele verschiedene Sprachen.

Flexibilität gehört zum Segeln dazu

Auch am nächsten Tag konnten wir den hervorragenden Segelwind genießen.

Unser ursprüngliches Tagesziel mussten wir allerdings kurzfristig aufgeben. Sämtliche Ankerplätze waren bereits belegt oder lagen in Tiefen von über 30 Metern. Das Risiko wollten wir nicht eingehen.

Also entschieden wir uns spontan für die geschützte Bucht von Vathy auf Ithaka.

Genau diese Flexibilität macht für uns den Reiz des Segelns aus. Nicht immer läuft alles nach Plan. Doch oft entstehen gerade durch solche spontanen Entscheidungen die schönsten Erlebnisse und schönsten Ankerplätze.

Fazit der Woche

Diese Woche hatte einfach alles zu bieten.

Wir standen an der Geburtsstätte der Olympischen Spiele und tauchten tief in die Geschichte Griechenlands ein. Wir segelten entlang spektakulärer Steilküsten, entdeckten einsame Badebuchten mit glasklarem Wasser und begegneten immer wieder den faszinierenden Caretta-caretta-Schildkröten – sowohl in freier Natur als auch mitten im Hafen von Argostoli.

Dazu kamen traumhafte Segelbedingungen, sonniges Sommerwetter und unzählige Momente, die man nicht fotografieren muss, um sie für immer in Erinnerung zu behalten.

Das Ionische Meer begeistert uns jeden Tag aufs Neue. Und wir sind gespannt, welche Inseln, Buchten und Überraschungen die nächste Woche für uns bereithält.

Olympia, Meeresschildkröten und Traumbuchten – Eine unvergessliche Woche unter Segeln

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