28. Juni 2026

Manchmal reicht schon ein bisschen Heimweh und eine gute Flugverbindung, um spontan nach Hause zu fliegen. Genau das habe ich getan und die Gelegenheit genutzt, für sechs Tage von Korfu aus nach Mölln zu reisen. Es tat unglaublich gut, Familie, unseren Hund Paula und Freunde wiederzusehen, gemeinsam Zeit zu verbringen und einfach wieder ein Stück Alltag zu erleben.

Besonders schön war es, den Kindern im Garten zu helfen. Ehrlich gesagt hätte ich vorher nicht gedacht, wie viel Freude mir diese Arbeit machen würde. Nach Wochen auf dem Boot sind es oft gerade die kleinen, einfachen Dinge, die man vermisst. Barfuß durch den Garten laufen, gemeinsam anpacken oder einfach zusammen auf der Terrasse sitzen.

Während ich die Zeit zu Hause genoss, war Fabian an Bord alles andere als untätig. Die To-do-Liste auf einem Segelboot wird bekanntlich nie wirklich kürzer. Er nutzte die Tage, um einige Reparaturen zu erledigen, die schon länger anstanden. Unser Dinghi wurde endlich dicht, nachdem wir ständig Wasser darin stehen hatten. Das reparierte Segel konnte wieder eingezogen werden und auch unser Wassermacher lief nach einer kleinen Fehlerbehebung wieder einwandfrei. Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn nach und nach alles wieder funktioniert und das Boot bereit für die nächsten Etappen ist.

Kaum war ich zurück an Bord, bekamen wir auch schon Besuch von Louisa und Moritz. Gemeinsam schlenderten wir zunächst durch die verwinkelten Gassen von Korfu-Stadt, genossen die lebhafte Atmosphäre und stimmten uns auf die kommenden Tage ein. Anschließend lichteten wir den Anker und nahmen Kurs Richtung Süden. Unser Ziel war die Bucht von Lefkimmi.

Dort verbrachten wir einen herrlichen Badetag. Das Wasser war angenehm warm und die Stimmung entspannt, bis sich das Wetter innerhalb kurzer Zeit komplett veränderte. Dunkle Wolken zogen auf, der Wind frischte kräftig auf und drehte auflandig. Da uns die Situation zu unsicher wurde, entschieden wir uns, den Anker noch einmal aufzunehmen und weiter draußen auf etwa acht Metern Wassertiefe neu zu ankern. Dort hatten wir deutlich mehr Abstand zur Küste und fühlten uns wesentlich sicherer.

Nachdem der erste Adrenalinschub vorbei war, konnten wir das Schauspiel der Natur sogar genießen. Langsam zog das Gewitter weiter, während sich der Himmel in beeindruckenden Grau-, Blau- und Orangetönen verfärbte. Die riesigen Wolkenformationen boten eine spektakuläre Kulisse und erinnerten uns einmal mehr daran, wie kraftvoll und gleichzeitig faszinierend das Meer sein kann.

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Paxos, genauer gesagt nach Lakka, meiner absoluten Lieblingsbucht. Schon bei der Einfahrt wussten wir wieder, warum wir diesen Ort so lieben. Das Wasser leuchtet hier in den schönsten Türkistönen, die Bucht wird von dichten Pinienhängen eingerahmt und im kleinen Hafen herrscht eine wunderbar entspannte Atmosphäre.

Lakka ist einer dieser Orte, an denen die Zeit ein wenig langsamer vergeht. Gemütliche Cafés und Tavernen säumen die Uferpromenade, kleine Fischerboote schaukeln friedlich im Wasser und überall begegnet man freundlichen Menschen. Wir verbrachten den Tag mit Schwimmen, Entspannen und Genießen. Den Abend ließen wir ganz gemütlich an Bord beim WM-Spiel Deutschland gegen Ecuador ausklingen.

Am nächsten Tag erkundeten wir die wunderschöne Ostküste von Paxos. Unser Weg führte uns bis nach Antipaxos, dessen traumhafte Strände und glasklares Wasser jedes Mal aufs Neue beeindrucken. Anschließend kehrten wir wieder nach Lakka zurück, bevor wir am Nachmittag noch einen Abstecher nach Gaios machten. Der lebendige Hauptort von Paxos mit seinen kleinen Gassen, Geschäften und Tavernen versprüht einen ganz eigenen Charme. Den Abend verbrachten wir schließlich bei einer gemütlichen Runde Karten an Bord. Oft sind es genau diese gemeinsamen Stunden, die eine Reise besonders machen.

Die folgenden Tage standen ganz im Zeichen des entspannten Bordlebens. Wir sprangen immer wieder ins kristallklare Wasser, fuhren mit dem SUP durch die Buchten, planschten, sonnten uns und genossen einfach den griechischen Sommer. Fabian nutzte die Gelegenheit, den Biofilm vom Unterwasserschiff zu entfernen. Kaum war er im Wasser, dauerte es nicht lange, bis sich zahlreiche kleine Fische um ihn und das Boot versammelten. Offenbar gab es für sie einiges zu entdecken, ein lustiges Schauspiel, das wir eine ganze Weile beobachten konnten.

Bevor wir Paxos verließen, machten wir  mit dem Dinghi noch ein letztes Mal in Lakka fest. Wir entsorgten unseren Müll, schlenderten noch einmal durch den Ort und gönnten uns einen leckeren Eiskaffee. Lakka hat für uns einfach etwas Besonderes. Die bunten Häuser, die Tavernen direkt am Wasser und die entspannte Stimmung sorgen dafür, dass wir jedes Mal nur ungern wieder ablegen. Es ist einer dieser Orte, an den wir immer wieder zurückkehren möchten.

Nach einem letzten erfrischenden Morgenschwimmen rund um das Boot war schließlich die Zeit gekommen, den Anker zu lichten. Wir nahmen Kurs auf das griechische Festland und erreichten nach einer schönen Überfahrt Parga.

Schon von Weitem begrüßte uns der malerische Ort mit seinen bunten Häusern, die sich terrassenförmig an den Hang schmiegen. Hoch über der Bucht thront die venezianische Burg und verleiht Parga seine unverwechselbare Silhouette. Beim Spaziergang durch die verwinkelten Gassen entdeckten wir kleine Boutiquen, gemütliche Restaurants und Cafés, die zum Verweilen einladen. Besonders am Abend entfaltet die Uferpromenade ihren ganz eigenen Zauber. Die Lichter spiegeln sich im Wasser, Straßenmusiker sorgen für eine entspannte Atmosphäre und überall sitzen Menschen, die den Sommerabend genießen.

Mit Parga beginnt für uns ein neuer Abschnitt unserer Reise entlang der griechischen Küste. Wir freuen uns auf viele weitere Ankerplätze, neue Begegnungen und unvergessliche Momente. Eines haben wir in den vergangenen Wochen wieder gelernt: Egal ob ein kurzer Heimaturlaub, eine ruhige Ankerbucht oder ein spektakuläres Gewitter, genau diese Mischung aus kleinen und großen Erlebnissen macht das Leben auf dem Segelboot für uns so besonders.

Heimaturlaub, Paxos und das malerische Parga

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