17. August 2026
Manchmal sind es gerade die kleinen Probleme, die einen Segeltörn ordentlich durcheinanderbringen können. Bei uns begann es mit einem Motor, der sich immer wieder kräftig schüttelte. Unser Techniker, den wir an Bord hatten, warf einen Blick darauf und vermutete ein Problem mit dem Propeller. Seine Empfehlung war eindeutig: Wir sollten das möglichst schnell überprüfen lassen. Denn wenn tatsächlich etwas mit dem Propeller nicht stimmen sollte, könnte das auf Dauer sogar zu einem Getriebeschaden führen.
Also hieß es: Termin in der Ionion Werft vereinbaren und mit der Ventus hin.
Ein Werfttag mit überraschend schnellem Erfolg
Die Ventus wurde aus dem Wasser geholt und an einem Platz an Land abgestellt. Für uns begann damit ein typischer Werfttag: Leiter rauf, Leiter runter, Werkzeug holen, wieder nach oben und natürlich fehlte immer genau das Teil, das man gerade dringend brauchte.
Doch lange mussten wir nicht suchen. Bereits gegen Mittag war klar, was die heftigen Vibrationen verursacht hatte: Die Opferanode hatte sich gelöst. Dadurch war die Unwucht entstanden, die den Motor beziehungsweise den Propellerbereich so stark vibrieren ließ.
Zum Glück also kein größerer Schaden und vor allem kein defektes Getriebe. Ein kleiner Fehler, den wir schnell beheben konnten.
Wenn die Ventus schon einmal an Land stand, wollten wir die Gelegenheit natürlich nutzen und gleich noch ein paar andere Arbeiten erledigen. Der Propeller bekam zunächst eine neue Schicht Primer und anschließend Antifouling.
Außerdem hatten wir auf der Fahrt in Italien Bekanntschaft mit einem Baumstamm gemacht. Dabei waren einige Stellen des Unterwasserschiffs beschädigt worden, die wir nun ebenfalls ausbessern konnten. Und auch unsere Ankerkette war wieder einmal an der Reihe. Die alte Farbmarkierung, die wir mit einer Spraydose angebracht hatten, war inzwischen kaum noch zu erkennen. Also wurde die Kette kurzerhand neu markiert.
So wurde aus dem eigentlich kleinen Reparaturtermin doch ein ganzer Arbeitstag.
Von der Werft nach Preveza
Am Abend hatten wir dann aber genug gearbeitet. Wir machten uns auf den Weg nach Preveza, um ein wenig durch die Stadt zu schlendern und natürlich auch etwas Leckeres zu essen.
Wobei wir uns das Duschen vor der Überfahrt eigentlich hätten sparen können. Denn kaum waren wir unterwegs, bekamen wir ordentlich Salzwasser ab und waren nach der kurzen Fahrt wieder wunderbar eingesalzen.
Aber genau solche Momente gehören eben zum Leben auf einem Segelboot dazu.
Dann stand Fabians Geburtstag vor der Tür. Der Tag begann zunächst ganz feierlich und entspannt, doch anschließend nutzten wir die Gelegenheit, noch einige Reinigungsarbeiten an der Ventus zu erledigen. Wenn das Schiff an Land steht, kommt man schließlich an Stellen, die man im Wasser nur schwer erreicht.
Mittags ging es dann wieder zurück ins Wasser.
Fabian fuhr mit der Ventus zurück ins Ankerfeld Preveza, während ich mit dem Dinghy hinterherfuhr. Das kleine Beiboot lag nämlich noch in der Werft und musste ebenfalls wieder zurück zum Schiff.
Am Abend konnten wir Fabians Geburtstag dann aber ganz entspannt genießen. Wir fanden eine kleine, familiengeführte Taverne, in der es hervorragende Hausmannskost gab. Das Konzept war wunderbar unkompliziert: Man geht zur Theke, schaut sich an, was es gibt, und sucht sich einfach etwas aus.
Und genau das war es, was wir wollten: keine komplizierte Speisekarte, sondern einfach gutes, traditionelles Essen. Alles war frisch, bodenständig und richtig lecker.
Mit dem Genacker nach Paxos
Nach einer ganzen Woche in Preveza hieß es am nächsten Morgen endlich wieder: Leinen los!
Mit der aufgehenden Sonne lichteten wir den Anker und machten uns auf den Weg. Der Wind war zwar schwach, aber immerhin konstant. Also entschieden wir uns, den Genacker zu setzen.
Und tatsächlich machte das richtig Spaß. Bei gerade einmal etwa 7,5 Knoten Wind schafften wir rund 6,5 Knoten Fahrt. Ein perfektes Beispiel dafür, dass man mit dem richtigen Segel auch aus wenig Wind noch einiges herausholen kann.
Unser Ziel war Paxos.
Am Nachmittag erreichten wir die Lakka Bay und ließen dort den Anker fallen. Nach der Fahrt gab es erst einmal nur eines: ab ins Wasser!
Das kristallklare Wasser rund um Paxos lädt einfach dazu ein, direkt vom Boot aus hineinzuspringen. Nach den vergangenen Arbeitstagen in der Werft war das genau die richtige Abkühlung.
Lakka – frisches Brot und handgemachtes Eis
Am nächsten Morgen machte ich mich mit dem SUP auf den Weg an Land. Der Auftrag war klar: frisches Brot vom Bäcker besorgen.
Lakka ist ein kleiner, hübscher Ort mit einer entspannten Atmosphäre. Rund um den Hafen reihen sich kleine Tavernen, Geschäfte und Cafés aneinander. Und natürlich entdeckte ich dabei auch noch ein kleines Highlight: handgemachtes Eis.
Was will man mehr?
Zum Mittag kam dann auch Fabian mit dem Dinghy in den Ort. Wir aßen gemeinsam zu Mittag und genossen die entspannte Atmosphäre. Mein SUP musste anschließend natürlich wieder zurück zum Schiff. Also nahm Fabian es kurzerhand ins Schlepptau und zog mich beziehungsweise mein SUP zurück. So musste ich nicht selbst den ganzen Weg zurückpaddeln.
Den Abend verbrachten wir ganz entspannt an Bord mit einer Runde Karten.
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder, alles für die Weiterfahrt vorzubereiten: Route eingeben, Motor starten, Anker hoch und los.
Paxos blieb hinter uns und wir nahmen Kurs auf die Westküste von Korfu.
Wenn drei Wetter-Apps danebenliegen
Eigentlich hätten wir laut Wettervorhersage ganz andere Bedingungen haben sollen. Drei verschiedene Wetter-Apps hatten uns südwestliche Winde vorhergesagt.
Die Realität sah allerdings völlig anders aus.
Wir bekamen Nordwestwind und damit genau die falsche Richtung für unseren geplanten Kurs. An entspanntes Segeln war nicht zu denken, also mussten wir den Motor laufen lassen.
Aber zumindest die Landschaft machte einiges wieder wett.
Die Westküste von Korfu ist vom Wasser aus einfach beeindruckend. Steile, grüne Hänge ziehen sich entlang der Küste und fallen teilweise direkt ins tiefblaue Ionische Meer ab. Dazwischen liegen kleine Buchten, versteckte Strände und Felsen, die vom Wasser aus eine ganz besondere Atmosphäre schaffen.
Am Nachmittag fanden wir einen schönen Ankerplatz vor dem Strand von Agios Georgios.
Von dort aus machten wir uns mit dem Dinghy auf den Weg zu einer Grotte. Schon die Anfahrt war beeindruckend. Und als wir schließlich in die Grotte hineinfuhren, wurde es noch einmal richtig spektakulär.
Das glasklare Wasser, die Felswände und das besondere Licht im Inneren machten diesen kleinen Ausflug zu einem echten Highlight.
Entlang der Küste und weiter nach Othoni
Am nächsten Morgen starteten wir früh. Zunächst ging es in eine kleine, fast einsame Bucht. Danach fuhren wir weiter in einen kleinen Ort, um beim Bäcker frisches Brot zu holen.
Der Strand dort war wunderschön und der kleine Touristenort angenehm beschaulich. Keine großen Hotelanlagen, kein hektischer Trubel, einfach ein kleiner Ort direkt am Meer.
Und auch die Landschaft rundherum war wieder einmal atemberaubend.
Natürlich durfte ein ausgiebiges Bad im herrlich klaren Wasser nicht fehlen.
Anschließend machten wir uns ganz in Ruhe auf den Weg. Dieses Mal hatten wir Glück mit dem Wind und konnten endlich wieder richtig schön segeln.
Unser Ziel war Othoni, die kleine Insel ganz im Nordwesten Griechenlands.
Doch auch diesmal bewiesen die Wetter-Apps, dass man sich beim Segeln besser nicht ausschließlich auf die Vorhersagen verlassen sollte. Die tatsächlichen Bedingungen waren wieder anders als angekündigt.
Wir mussten deshalb schließlich einmal um die Insel herumsegeln, um auf der Nordseite einen geschützten Platz zu finden.
Dafür wurden wir am Abend belohnt.
Sonnenuntergang auf Othoni
Der Sonnenuntergang war einfach wunderschön. Die Sonne stand tief über dem Meer und tauchte die Landschaft in warme Farben. Das Wasser glitzerte, die Insel wurde langsam dunkler und rund um uns wurde es immer ruhiger.
Ein perfekter Abschluss für diesen Segeltag.
Eigentlich hatten wir geplant, zwei Tage auf Othoni zu bleiben. Doch am nächsten Morgen erwartete uns ein wunderschöner Sonnenaufgang und gleichzeitig guter Wind für die Weiterfahrt.
Also änderten wir kurzerhand unseren Plan.
Anker hoch und weiter!
Denn genau das macht für uns das Segeln aus: Man kann zwar eine Route planen, aber am Ende bestimmen häufig Wind, Wetter und die Bedingungen auf dem Wasser, wie die Reise tatsächlich verläuft.
Und genau deshalb bleibt jeder Segeltag ein kleines Abenteuer.

