Vor Anker vor Split begann unser erster Tag erst einmal ganz praktisch: bunkern. Lebensmittel besorgten wir bei Lidl, Bootszubehör im Bauhaus und natürlich musste auch noch Diesel getankt werden. Fast alles transportierten wir mit dem Bollerwagen – nur für den Baumarkt nahm Fabian ein Uber hin und zurück.

Während Fabian im Bauhaus unterwegs war, zog plötzlich ein ordentliches Gewitter über unsere Ankerbucht. Alleine vor Anker zu liegen, während der Himmel immer dunkler wurde und der Wind auffrischte, war ehrlich gesagt ziemlich furchteinflößend. Man beobachtet ständig den Anker, kontrolliert die Position und hofft einfach, dass alles hält. Zum Glück zog das Gewitter schließlich weiter und kurz darauf konnte ich Fabian mit dem DinghyDog wieder abholen. Danach hatten wir uns einen ruhigen und gemütlichen Abend definitiv verdient.

Split – Geschichte trifft Hafenflair

Am nächsten Morgen machten wir uns früh auf den Weg, um Split zu erkunden. Die Stadt hat uns sofort begeistert: eine Mischung aus lebendiger Hafenstadt und beeindruckender Geschichte. Besonders der Diokletianpalast mitten in der Altstadt ist faszinierend. Zwischen alten Steinmauern, kleinen Gassen, Cafés und Geschäften fühlt man sich fast wie in einer anderen Zeit.

Auch die berühmte Uferpromenade, die Riva, hatte ihren ganz eigenen Charme. Palmen, Restaurants und das geschäftige Treiben sorgten sofort für echtes Urlaubsgefühl. Trotz der vielen Besucher wirkt Split erstaunlich entspannt und gleichzeitig voller Leben.

Auf dem Rückweg liefen wir durch den Marjan-Park zurück zu unserer Ankerbucht. Nach einem letzten Wettercheck und nachdem die Ventus wieder seeklar war, lichteten wir den Anker und rauschten mit kräftigem Wind von achtern Richtung Brač.

Ankern mit Erinnerungen

Zuerst lagen wir mit Landleinen in einer Bucht, doch der Schwell war unangenehm. Also entschieden wir uns kurzerhand zum Umankern in die nächste Bucht. Und genau dort wartete eine ganz besondere Erinnerung auf uns: Vor einigen Jahren hatten wir hier gemeinsam mit den Kindern einen alten U-Boot-Bunker erkundet. Nun ankerten wir direkt davor – ein schöner Moment voller Erinnerungen.

Am nächsten Morgen segelten wir weiter zu den kleinen Inseln vor Hvar. Wir gingen vor Anker und fuhren mit dem Dinghy an Land, um uns etwas die Beine zu vertreten. Statt der erwarteten Postkartenidylle fanden wir jedoch leider einen Strand voller Müll vor. Ein trauriger Anblick an einem eigentlich wunderschönen Ort.

Hektik vor Anker

Zurück an Bord wollten wir eigentlich nur entspannen, doch plötzlich wurde es hektisch: Ein manövrierunfähiges Boot mit defektem Getriebe driftete immer wieder seitlich auf unsere Ventus zu, weil sein Anker nicht hielt. Für einige Minuten beobachteten wir die Situation ziemlich angespannt und waren jederzeit bereit einzugreifen. Erst nachdem der Schaden behoben war und das andere Boot wieder manövrieren konnte, kehrte langsam Ruhe ein.

Am nächsten Morgen hieß es erneut: Leinen los und Kurs Süden. In der nächsten Bucht genossen wir kristallklares Wasser, Ruhe und einen wunderschönen Abend. Die Fische sprangen wie verrückt nach ein paar Brotkrümeln, während die Sonne langsam im Meer versank – einer dieser Momente, die man einfach abspeichert.

Rund um Korčula nach Lastovo

Unsere Reise führte uns weiter rund um die traumhafte Insel Korčula in Richtung Nationalpark Lastovo. Doch der Wind hielt sich leider nicht an die Vorhersage. Nach mehreren anstrengenden Kreuzschlägen mussten wir schließlich aufgeben und die letzte Stunde unter Motor fahren.

In Lastovo wurden wir dafür umso herzlicher empfangen. Fabian reparierte noch unser Großsegel, das beim Reffen in 30 Knoten Wind beschädigt worden war. Den Abend verbrachten wir gemeinsam mit anderen Seglern – ein perfekter Abschluss unserer Zeit in Kroatien.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker früh: Um fünf Uhr lösten wir wieder die Leinen. Gemeinsam mit zwei weiteren Segelyachten verließen wir als kleine Flottille Kroatien und machten uns auf den Weg ins nächste Abenteuer

Von Split bis Lastovo – unsere letzten Tage in Kroatien

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