17. Mai 2026
Nach einiger Zeit verlassen wir Mali Lošinj und setzen die Segel Richtung Süden. Anfangs kommen wir richtig gut voran, doch plötzlich schläft der Wind komplett ein. Also heißt es erstmal: Motor an und weiterfahren. Zum Glück dauert die Flaute nicht lange und schon bald frischt der Wind wieder auf. Wir können wieder segeln und genießen die Strecke entlang der kroatischen Küste bis auf Höhe von Zadar, wo wir für die Nacht den Anker werfen.
Zadar zählt zu den schönsten Küstenstädten Kroatiens und ist besonders bekannt für seine historische Altstadt, die auf einer kleinen Halbinsel liegt. Außerdem befinden sich dort die berühmte Meeresorgel und der „Gruß an die Sonne“, zwei moderne Kunstwerke direkt an der Uferpromenade.
Bevor es am nächsten Morgen weitergeht, steht erstmal ein Friseurbesuch an – mitten auf dem Boot. Fabian braucht einen neuen Haarschnitt und mit Hilfe einiger YouTube-Videos habe ich mir das Ganze selbst beigebracht. Gar nicht so einfach, wenn das Boot ständig schaukelt. Alles gut gegangen, unverletzt und kann sich sehen lassen.
Am nächsten Morgen geht es weiter. Diesmal allerdings mit ordentlich Gegenwind. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als aufzukreuzen. Und genau das hat richtig Spaß gemacht – das Boot arbeitet sich von Schlag zu Schlag durch die Wellen und wir genießen das Segeln in vollen Zügen.
Am Abend erreichen wir die Murter Bay und machen sicher an einer Boje fest. Die Insel Murter ist bekannt für ihre entspannte Atmosphäre, kleine Naturbuchten und die vielen vorgelagerten Inseln des Kornati-Archipel. Besonders am Abend liegt über dem Ort eine ruhige Stimmung, während die Sonne langsam hinter den Hügeln verschwindet.
Der nächste Morgen beginnt ganz entspannt mit einer Yoga-Session an Deck. Auch daran muss man sich erst gewöhnen – jede Bewegung fühlt sich auf dem schwankenden Boot anders an. Danach fahren wir mit dem Dinghy an Land, entsorgen Müll und vertreten uns endlich mal wieder die Beine.
Wir schlendern durch die kleinen Gassen von Murter, vorbei an alten Steinhäusern und kleinen Cafés, bis wir am Ende des Ortes eine kleine Kapelle mit Friedhof entdecken. Dort setzen wir uns auf eine Bank und schauen hinaus auf die Ventus, die draußen im Wind tanzt. Doch bei Böen von bis zu 25 Knoten fühlt es sich plötzlich ziemlich ungewohnt an, nicht an Bord zu sein. Also machen wir uns bald wieder auf den Rückweg.
Am nächsten Tag nimmt der Wind noch weiter zu und zusätzlich zieht Regen auf. Statt weiterzusegeln nutzen wir die Zeit sinnvoll und installieren unser neues Rotlicht an Bord.
Am darauffolgenden Morgen beruhigt sich das Wetter endlich wieder und wir können die Leinen lösen. Weiter geht es Richtung Süden, mitten durch die beeindruckende kroatische Inselwelt. Kleine unbewohnte Inseln, türkisblaues Wasser und versteckte Buchten ziehen an uns vorbei, während wir einen perfekten Segeltag genießen. Am Abend finden wir schließlich eine ruhige Bucht zum Ankern und lassen den Tag entspannt ausklingen.
Die kroatische Adriaküste zeigt sich auf dieser Etappe wieder einmal von ihrer schönsten Seite: wechselhafte Bedingungen, kleine Abenteuer an Bord und traumhafte Landschaften machen jeden Segeltag einzigartig.

