Ein großer Tag stand für unsere Ventus an: Am Montag, dem 13.04.2026, wurde sie nach ihrem Winterschlaf nicht wie gewohnt ins Wasser gekrant, sondern auf einen Tieflader verladen. Sorgfältig gesichert trat sie ihre Reise Richtung Süden an. Ganz ohne Folgen blieb das jedoch nicht – die Beschichtung am Unterwasserschiff wurde dabei beschädigt.

Aufgrund der Überbreite durfte der Transport nur nachts und mit Begleitfahrzeugen stattfinden. Während sich die Ventus also langsam auf den Weg machte, blieben wir zunächst zurück.

Der eigentliche Abschied folgte einen Tag später und der traf uns unerwartet stark. In den Wochen und Monaten zuvor war alles von Planung, Vorfreude und einer gewissen Euphorie geprägt gewesen. Der Blick war immer nach vorn gerichtet, auf das, was kommt. Doch je näher dieser Moment rückte, desto mehr veränderte sich das Gefühl. Aus der Leichtigkeit wurde Nachdenklichkeit, aus Vorfreude wurde ein schwer zu greifendes Ziehen im Bauch. Und als wir schließlich vor unseren Familien und engen Freunden standen, wurde klar: Dieser Abschied ist kein kleiner Schritt. Er wiegt.

Es waren genau diese vertrauten Menschen, die unseren Alltag geprägt haben und sie nun zurückzulassen, ließ die Reise auf einmal sehr real werden. Der Aufbruch fühlte sich nicht mehr nur nach Abenteuer an, sondern auch nach Loslassen.

Am Mittwoch, dem 15.04.2026, ging unsere eigene Reise schließlich los. Ursprünglich war ein Flug nach Ljubljana geplant, doch ein Streik bei Lufthansa zwang uns kurzfristig zur Umplanung, denn unsere Flüge wurden gestrichen. Stattdessen flogen wir über Wien nach Zagreb. Von dort aus nahmen wir einen Mietwagen und setzten unsere Reise auf dem Landweg fort.

Die Fahrt führte uns weiter nach Slowenien, bis wir schließlich in Koper ankamen. Dort wurden wir herzlich von Michaela und Rainer empfangen, die extra ihre Urlaubsroute angepasst hatten, um uns zu unterstützen.

Am Abend gönnten wir uns einen Spaziergang durch die mediterrane Umgebung. Die milde Luft, das Licht, die neue Kulisse – all das half uns, die Strapazen der vergangenen Tage langsam hinter uns zu lassen und anzukommen.

Der nächste Morgen brachte dann den Moment, auf den wir so lange gewartet hatten: Unsere Ventus war bereits im Hafen von Koper angekommen. Der Krantermin war ursprünglich für 8 Uhr angesetzt – doch wie so oft lief alles etwas entspannter als geplant, und erst gegen 11 Uhr ging es tatsächlich los. An diese südländische Gelassenheit werden wir uns wohl noch gewöhnen müssen.

Und dann war es endlich so weit: Unsere Ventus schwimmt im Mittelmeer. Ein Moment voller Erleichterung, Stolz und Vorfreude.

Doch viel Zeit zum Innehalten blieb nicht, denn direkt im Anschluss begannen die Arbeiten am Mast. Stück für Stück wurde montiert, angepasst, gesichert – bis schließlich der Mast stand und unsere Ventus wieder wie eine echte Segelyacht aussah.

Kurz darauf hieß es: Leinen los! Unser erstes Ziel war Izola, wo bereits ein Liegeplatz auf uns wartete. Dort angekommen, arbeiteten wir bis in den Abend hinein weiter und montierten unter anderem den Geräteträger. Die To-do-Liste schien endlos.

Am nächsten Morgen dann die nächste Herausforderung: Ein Seeventil war undicht, und auch die beschädigte Beschichtung machte eine Reparatur unumgänglich. Also ging es erneut zum Kran – die Ventus wurde wieder an Land gehoben, und die Arbeiten am Unterwasserschiff begannen von Neuem.

Während Rainer und Fabian an Bord geschraubt, geschliffen und repariert haben, kümmerten Michaela und ich uns um die Organisation an Land: Mietwagen zurückbringen, mit dem Fahrrad zum Baumarkt fahren, fehlende Materialien besorgen. Zwischendurch wurden wir von Michaela immer wieder mit leckeren Stärkungen versorgt – diese Unterstützung war Gold wert.

Nach drei intensiven Arbeitstagen an Land war es endlich geschafft: Die Ventus durfte wieder ins Wasser.

Mit einem festen Liegeplatz für die kommenden vier Wochen ging es direkt weiter. Solarpaneele wurden installiert, die Segel eingezogen, das Wassersystem in Betrieb genommen und das Chaos unter Deck nach und nach beseitigt.

Es war noch einiges zu tun, doch Schritt für Schritt kehrte Struktur ein. Nach weiteren drei Tagen hatten wir das Gröbste geschafft.

Und jetzt? Jetzt wird es langsam ruhiger. Die To-do-Liste ist zwar noch nicht abgearbeitet, aber wir nehmen uns bewusst Zeit, durchzuatmen, das Wetter zu genießen und die beeindruckende Landschaft auf uns wirken zu lassen.

Denn genau hier beginnt unser Abenteuer erst richtig.

Ein herzliches Dankeschön an Michaela und Rainer. Eure Unterstützung war uns eine immense Hilfe.

Es geht los …

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