02/2026 (Enthält unbezahlte Werbung)
Wir haben besonders wichtige technisches Arbeitsschritte an Bord durchgeführt: Arbeiten unter der Wasserlinie. In diesem Bereich gibt es keine Kompromisse, denn jede Durchführung durch den Rumpf ist ein potenzieller Schwachpunkt. Entsprechend sorgfältig muss hier gearbeitet werden
Dabei hatten wir zwei unterschiedliche Aufgaben:
Zum einen haben wir mehrere alte Seeventile ersetzt, zum anderen haben wir ein zusätzliches, neues Seeventil speziell für den Wassermacher installiert.
Austausch der alten Seeventile
Die vorhandenen Seeventile an Bord hatten bereits einige Jahre hinter sich. Auch wenn sie noch funktionierten, wollten wir hier kein Risiko eingehen. Komponenten unter der Wasserlinie altern durch Salzwasser, mechanische Belastung und mögliche elektrolytische Korrosion – und ein Versagen an dieser Stelle kann schnell kritisch werden.
Deshalb haben wir uns entschieden, die bestehenden Ventile komplett auszubauen und durch neue True Design Seeventile zu ersetzen. Diese bestehen aus glasfaserverstärktem Hochleistungskunststoff und haben mehrere Vorteile:
- keine Korrosion wie bei Metallventilen
- unempfindlich gegenüber elektrolytischen Strömen
- sehr hohe mechanische Stabilität
- lange Lebensdauer im maritimen Umfeld
Der Ausbau der alten Ventile war teilweise etwas mühsam, da einige Verbindungen über die Jahre fest saßen. Nachdem die alten Komponenten entfernt waren, konnten die neuen Rumpfdurchführungen und Ventile sauber eingesetzt werden. Besonders wichtig war dabei eine sorgfältige Vorbereitung der Auflageflächen sowie eine saubere Abdichtung der Durchführungen.
Nachdem die neuen Ventile montiert waren, wurden auch die Schlauchanschlüsse wieder angeschlossen und alles auf korrekten Sitz kontrolliert.
Neues Seeventil für den Wassermacher
Zusätzlich zum Austausch der bestehenden Ventile kam noch eine neue Installation hinzu: Für unseren Wassermacher benötigten wir eine eigene Wasseransaugung.
Ein Wassermacher arbeitet mit Meerwasser, das zunächst angesaugt, gefiltert und anschließend mit hohem Druck durch eine Membran gepresst wird. Damit die Ansaugpumpe zuverlässig arbeiten kann, muss das Ansaugventil dauerhaft unter der Wasserlinie liegen. Nur so ist gewährleistet, dass die Leitung immer mit Wasser gefüllt ist und keine Luft angesaugt wird.
Um dieses neue Seeventil an der richtigen Stelle zu installieren, mussten wir den Boden unter der Nasszelle im Vorschiff öffnen. Erst dadurch konnten wir an den entsprechenden Bereich im Rumpf gelangen, um dort die neue Durchführung zu setzen.
Das bedeutete:
- Öffnen des Bodens
- Freilegen des Bereichs im Rumpf
- Vermessen und Festlegen der optimalen Position
- Bohren der neuen Rumpfdurchführung
- Einsetzen und Abdichten des neuen Seeventils
Das war definitiv der aufwendigste Teil der Arbeit.
Service-Luke für späteren Zugang
Nachdem das neue Ventil installiert war, haben wir den geöffneten Boden nicht einfach wieder fest verschlossen. Stattdessen haben wir eine Service-Luke eingebaut.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Falls später einmal Wartung nötig ist oder wir an das Ventil oder die Schläuche müssen, kommen wir schnell und unkompliziert an die Technik heran, ohne erneut den Boden öffnen zu müssen.
Gerade bei Installationen unter dem Boden ist ein späterer Zugang enorm hilfreich.
Schrittweiser Aufbau des Wassermachers
Im Anschluss ging es daran, den Wassermacher selbst an Bord zu installieren. Solch ein System besteht aus mehreren Komponenten, die sinnvoll im Boot verteilt und miteinander verbunden werden müssen.
Dazu gehören unter anderem:
- Vorfiltereinheit
- Hochdruckpumpe
- Membrangehäuse
- Druckregler und Ventile
- Schläuche und elektrische Steuerung
Nach und nach haben wir die einzelnen Bauteile an ihren vorgesehenen Positionen montiert, Halterungen angepasst und die Leitungswege geplant. Ziel war eine Installation, die nicht nur funktioniert, sondern auch später gut zugänglich bleibt.
Am Ende ist jetzt alles an seinem Platz und der Wassermacher ist weitgehend aufgebaut.
Der eigentliche Test kommt erst beim Zuwasserlassen
Trotz aller Sorgfalt bleibt natürlich eine gewisse Spannung: Ob wirklich alles absolut dicht ist und einwandfrei funktioniert, zeigt sich erst beim Zuwasserlassen.
Erst wenn das Boot wieder im Wasser liegt, stehen die neuen Seeventile tatsächlich unter Druck und wir können überprüfen, ob jede Durchführung wirklich dicht ist.
Bis dahin heißt es also: Daumen drücken. Wir hoffen, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat – und freuen uns schon auf den Moment, wenn der Wassermacher zum ersten Mal aus Meerwasser frisches Trinkwasser produziert.

